Kinder- und Jugendbeteiligung
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist eines der zentralen Anliegen der Gemeinde Lehre als Kinderfreundliche Kommune. Es ist eines der Hauptziele des Aktionsplans als Kinderfreundliche Kommune: Kinder und Jugendliche sollen miteínbezogen werden in Entscheidungsprozesse, die ihre unmittelbare Lebensrealität in der Gemeinde betreffen. Ihre Ideen, Wünsche und Bedürfnisse sollen gehört und berücksichtigt werden.
Inklusiver Spielplatz zum Mitbestimmen: Ergebnis der Beteiligungsaktion
„Es ist doch wie im Hundertmorgenwald bei Winnie Puuh, alle sind anders, alle sind wichtig – und gemeinsam gestalten wir einen Spielplatz für alle. Hier soll ein Spielplatz entstehen, auf dem Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und körperlichen Voraussetzungen gemeinsam spielen können – möglichst selbstständig, ohne unnötige Hindernisse und ohne, dass jemand außen vor bleibt“, erklärt Bürgermeister Andreas Busch die Hintergründe des Projektes, das ihm besonders am Herzen liegt.
Zur Vorbereitung haben Beschäftigte der Gemeindeverwaltung bereits im September einen inklusiven Spielplatz in Betzhorn, das zur Gemeinde Wahrenholz zählt, besichtigt und dort Erfahrungen mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort ausgetauscht.
Zur großen Beteiligungsaktion waren kürzlich alle Kita- und Grundschulkinder aus Lehre eingeladen. Am Vormittag war die Meinung der Grundschulkinder gefragt: Was stört Euch, wenn ihr jetzt auf den Spielplatz geht? Was wünscht ihr Euch? Was fehlt Euch? Alles, was ihnen dazu einfiel konnten die Kinder auf farbige Papierpunkte schreiben oder malen und es den schwarzen „Motzmonstern“ anvertrauen. So wurde fleißig Kritik und Ideen gesammelt. Alles wurde von Julia und Burkhard Küthe, dem Team von natürlich inklusiv e.V., das die Beteiligungsaktion moderierte, zusammengetragen und in positive Vorschläge umformuliert.
Auf der Wunschliste standen unter anderem: Geräte zum Klettern, eine Tischtennisplatte, ein Barfußpfad, ein Boxsack, eine lange und bereite Rusche sowie eine Fläche für Ballsportarten. Aber auch mehr Mülleimer, Sitzgelegenheiten, Spielgeräte für jedes Alter und verständnisvolle Nachbarn waren ihnen wichtig. Am Ende durfte jedes Kind durch das Vergeben von Klebepunkten bestimmen, was auf der Liste besonders wichtig ist und ihm am meisten am Herzen liegt.
Am Nachmittag waren die Kitakinder ab drei Jahren an der Reihe, die bei der Beteiligungsaktion von einer Aufsichtsperson begleitet wurden. Auch diese durften die Motzmonster mit ihren bunten Wunschpunkten verschönern. Die Kitakinder wünschen sich auf einem neuen Spielplatz: eine nicht so steile Rutsche, eine Nestschaukel, eine Reckstange und eine Möglichkeit zum Springen wie etwa ein Trampolin. Mehr Pflanzen, ein Baumhaus und Sandspielzeug für alle waren weitere Ideen der Teilnehmenden. Beide Gruppen wurden von Beschäftigten des Fachbereichs Kita, Schule und Soziales unterstützt. Auch Eltern, Erziehungsberechtigte und andere Erwachsene konnten ihre Ideen miteinbringen.
„Die Kinder, die mitgemacht haben, hatten wirklich tolle Ideen. Und es war spannend mal aus erster Hand zu erfahren, was ihnen wichtig ist und was sie sich wünschen“, erklärt Kira Wiesner, die in der Gemeindeverwaltung für die Spielplätze verantwortlich ist und die Beteiligungsaktion organisiert hat.
„Kinder haben ein Recht auf Spiel und sie sollten mitbestimmen dürfen, wenn es ihre Lebenswelt betrifft wie bei der Neugestaltung eines Spielplatzes“, erläutert Sozialkoordinatorin Jennifer Adel, die Bedeutung der Beteiligungsaktion. Die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Baustein des Aktionsplans der Gemeinde als Kinderfreundliche Kommune.
Wie geht es jetzt weiter? Die Wünsche der Kinder bilden die Grundlage für die weitere Planung. Das Team von natürlich inklusiv e.V. arbeitet alle gesammelten Ideen auf und erstellt daraus einen ersten Entwurf wie der inklusive Spielplatz aussehen kann. Dafür wird unter anderem geprüft, was auf der verfügbaren Fläche und mit den vorhandenen finanziellen Mittel möglich ist. Aber auch das bereits auf den umliegenden Spielplätzen und dem Schulhof vorhandene Angebot an Spielgeräten wird dabei berücksichtigt.
Ein erster Entwurf des Spielplatzes ist für Mitte November 2026 geplant. Dieser bildet die Grundlage für die zweite Beteiligungsaktion, die für 2027 vorgesehen ist. Dort wird der Spielplatzentwurf vorgestellt, gemeinsam betrachtet und diskutiert. Neben den Kindern sind auch Rats- und Ausschussmitglieder sowie alle Interessierten, insbesondere Anwohnerinnen und Anwohner, dazu eingeladen. Dabei können weitere Anregungen und Verbesserungsvorschläge eingebracht werden, bevor die Planung abschließend von natürlich inklusiv e.V. ausgearbeitet wird. Der genaue Termin der Beteiligungsaktion wird rechtzeitig durch die Gemeinde bekannt gegeben.
Die Rückmeldungen und Ergebnisse der zweiten Beteiligungsaktion werden anschließend in die weitere Planung eingearbeitet. Der finale Entwurf und dessen Umsetzung, für die auch Fördergelder beantragt werden sollen, müssen im letzten Schritt von den politischen Gremien beschlossen werden. Ein konkreter Zeitpunkt für die Umsetzung hängt von der Entscheidungsfindung der Politik und der Finanzierung ab.
Ankündigung "Inklusiver Spielplatz zum Mitbestimmen"
Beteiligungsaktion zur Planung eines inklusiven Spielplatzes in Lehre am 10. Oktober 2026
Kommt vorbei und gestaltet Euren Spielplatz mit!
Stellt Euch vor in Eurer Nähe entsteht ein Spielplatz, den ihr mit Euren Ideen gestaltet und alle haben dann später gemeinsam riesen Spaß auf dem Spielplatz!Keine Langeweile und keine schlechte Laune mehr! Kommt raus und spielt zusammen.
Wir treffen uns für die Aktion auf dem Spielplatz "Forstkamp" in Lehre und für die Ideenfindung gehen wir in die Grundschule. Die Veranstaltung findet also auch bei schlechtem Wetter statt!
Wir überlegen in zwei Gruppen, wie der Spielplatz aussehen soll: Die Kinder ab drei Jahren bis zur 1. Klasse treffen sich von 14:15 bis 16:30 und die Grundschulkinder der 2. bis 4. Klasse von 10:30 bis 12:45. Die Beteiligungsaktion wird vom Fachbreich Soziales der Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Fachplanern von "natürlich inklusiv" durchgeführt.
Was ist ein inklusiver Spielplatz?
Ein inklusiver Spielplatz ist ein barrierefreier Spielplatz, auf dem Kinder aller Fähigkeiten gemeinsam spielen, lernen und soziale Teilhabe erfahren können. Somit wird es Kindern mit und ohne Behinderung ermöglicht, gemeinsam zu spielen und voneinander zu lernen. Das Ziel ist es, physische und gesellschaftliche Barrieren abzubauen und allen Kindern, unabhängig ihrer körperlichen, geistigen oder sensorischen Fähigkeiten, Zugang und Spielmöglichkeiten zu bieten.
Dabei geht es weniger um barrierefreie Spielmöglichkeiten, sondern um die gesamte Spielfläche für möglichst viele Kinder nutzbar zu machen.
Bei Fragen zur Beteiligungsaktion steht Kira Wiesner unter 05308 699-124 oder per E-Mail an k.wiesner@gemeinde-lehre.de gern zur Verfügung.
Kinder entwickeln Projektideen weiter
Anfang Mai fand die erste Kinder- und Jugendkonferenz der Gemeinde Lehre statt, aber das war nur der Startschuss. Die engagierten Kinder- und Jugendlichen arbeiten weiter an ihren Projektideen und es gab seitdem bereits zwei Nachtreffen im Ratssaal. Als Kinderfreundliche Kommune ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen eines der zentralen Anliegen der Gemeinde Lehre und als eines der Hauptziele des damit beschlossenen Aktionsplans.
„Die Kinder- und Jugendlichen haben sich bei den Nachtreffen zu kleineren Projektgruppen zusammengefunden. Jede Gruppe entwickelt eine der Projektideen aus der Konferenz weiter. Alle durften wählen, was sie am meisten interessiert“, erklärt Sozialkoordinatorin Jennifer Adel, welche die Kinder- und Jugendbeteiligung in der Gemeinde organisiert und betreut.
Die beiden Treffen fanden vor den Sommerferien im Ratssaal statt und an einem Termin nahmen auch die Ratsmitglieder teil, welche auf der Kinder- und Jugendkonferenz Projektpatenschaften geschlossen haben. Die Patinnen und Paten werden die Kinder weiter bei der Entwicklung der Projekte beraten und unterstützen.
An diesen Ideen wird in den Kleingruppen momentan gearbeitet:
-Mehr Orte für Jugendliche schaffen
-Großveranstaltungen/Schunter-Arena
-ein Skatepark am Wald
-ein Multikulti-Restaurant -
eine Outdoor-Trampolinanlage samt Airtracks
und ein Freibad oder ein Badesee
Kinder- und Jugenkonferenz: Ideensteckbriefe und Politik-Patenschaften
Freibad/Badesee: Jürgen Haberland, Jens Schubert
Großveranstaltungen(Schunter Arena): Andreas Busch
Moderne Mobilität: Bernhard Rosilius
Multikulti-Restaurant: Jens Schubert
Aktivitätenpark am Wald: Dr. Alexander Börger, Andreas Busch, Renate Schmidt, Jens Schubert
Jugend bestimmt mit bei der Abschaffung von Hausaufgaben: Dr. Alexander Börger, Andreas Busch
Natur- und Umweltschutz: Andreas Busch, Jürgen Haberland, Jens Schubert
Outdoor-Trampolinanlage: Dr.Alexander Börger, Andreas Busch, Renate Schmidt, Jens Schubert
Indoor-Spielplatz: Dr. Alexander Börger, Andreas Busch
Orte für Jugendliche: Jürgen Haberland, Bernhard Rosilius
Das war die erste Kinder- und Jugendkonferenz am 9. Mai 2026
Einfach mal offen meckern, sich die ideale Gemeinde der Zukunft erträumen, ganz konkrete Ideen sammeln und dafür Menschen aus der Politik für eine Patenschaft gewinnen: Das alles erlebten die rund 80 Jungen und Mädchen aus Klasse 4 bis 10, die am vergangenen Samstag von 11 bis 17 Uhr an der ersten Kinder- und Jugendkonferenz der Gemeinde Lehre teilnahmen.
„Hier geht es um Euch: Was kann aus Eurer Sicht verbessert werden und wie stellt ihr Euch die Gemeinde in Zukunft vor“, betont Bürgermeister Andreas Busch in seiner Begrüßung und freute sich über die rege Beteiligung: „Schön, dass heute so viele dabei sind und mitmachen. Ich bin schon gespannt auf eure Ideen und Wünsche.“ Die Veranstaltung in der Börnekenhalle wurde von der Gemeinde Lehre organisiert und in Kooperation mit der Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung Niedersachsen durchgeführt, die sich in Trägerschaft Landesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Niedersachsen befindet.
Nach einem kurzen Spiel zum Aufwärmen und Kennenlernen, wurden die Kinder und Jugendlichen in sechs altersgleiche Gruppen eingeteilt. Dann begann auch gleich die „Kritikphase“: Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler ganz frei die Fragen „Was gefällt euch in Lehre nicht? Was sollte verbessert werden?“ beantworten und hatten dazu einiges zu sagen. Die Gruppenergebnisse wurden dann vom Moderatoren-Team unter den Schwerpunktthemen: Bildung, Verkehr und Umweltschutz, Freizeit sowie Mitbestimmung, zusammengefasst und allen vorgestellt.
In der Mittagspause stärkten sich alle mit Pizza und konnten sich draußen mit verschiedenen Spielgeräten austoben. Dann startete die „Utopiephase“: Dabei machten alle gemeinsam eine gedankliche Zukunftsreise und stellten sich vor „Wie sieht Lehre als Super-Community in 100 Jahren aus?“ Die Kinder und Jugendlichen ließen ihrer Fantasie freien Lauf und brachten in Gruppen ihre Utopien als Collage zu Papier. Daraus ergaben sich die fünf wichtigsten Themenfelder.
In der folgenden „Realisierungsphase“ kehrte man in die Gegenwart zurück und die Kinder und Jugendlichen fanden sich in neuen Kleingruppen zusammen, um an dem Thema weiterzuarbeiten, das ihnen persönlich am meisten bedeutet. Jede Gruppe erstelle dann einen Steckbrief: Darin steht die Idee, was die Kinder selbst dafür machen können, wer sonst helfen kann und wie erste Schritte aussehen, um die Idee in die Tat umzusetzen.
Zum Schluss präsentierten die Kinder- und Jugendlichen ihre Ideensteckbriefe der Politik. Neben Bürgermeister Busch ließen sich die Gemeinderatsmitglieder Dr. Alexander Börger, Jürgen Haberland, Bernhard Rosilius, Renate Schmidt und Jens Schubert in einem Rundgang alle Ideen von den Kindern selbst vorstellen. Die Ideen sind: Ein Aktivitätenpark am Wald, eine Outdoor-Trampolinanlage, mehr Orte für Jugendliche, ein Indoor-Spielplatz, ein Supermarkt auf Rädern, eine Arena für Großveranstaltungen, moderne Mobilität, ein Multikulti-Restaurant, mehr Natur- und Umweltschutz, die Mitbestimmung bei der Abschaffung der Hausaufgaben und ein Freibad oder ein Badesee. Das Freibad liegt einer Gruppe von Jugendlichen besonders am Herzen. Sie hatten bereits im Vorfeld der Kinder- und Jugendkonferenz auf eigene Faust in der Gemeinde rund 140 Unterschriften dafür gesammelt, die sie am Samstag persönlich an Bürgermeister Andreas Busch übergaben.
Für jede der genannten Ideen konnten die Gruppen eines oder gleiche mehrere Ratsmitglieder für eine Patenschaft gewinnen. Mit der Patenschaft garantieren diese, dass die Themen in den entsprechenden Gremien der Gemeinde behandelt werden. Zudem werden sie die Kinder weiter bei der Entwicklung der Projekte beraten und unterstützen sowie über die Ergebnisse aus den Gremien informieren.
„Wir freuen uns über die großartige Beteiligung der Kinder- und Jugendlichen aus der Gemeinde. Wir sind gespannt auf die weitere Arbeit an den Ideen“, fasst Sozialkoordinatorin Jennifer Adel zusammen.