Grüne Bushaltestellen mit smarter Technik

Die Klimaveränderungen sind global wie lokal allgegenwärtig. Trockenschäden werden nicht nur in unseren Wäldern, sondern auch in unseren Städten immer deutlicher. Stadt- und Kommunalverwaltungen reagieren darauf, indem sie in den Sommermonaten mit hohem maschinellem und personellem Aufwand große Mengen Wasser heranschaffen, um Straßenbäume sowie Grünanlagen nach dem „Gießkannenprinzip“ zu bewässern. Wie das in Zukunft smarter und effizienter geschehen soll, erforschen Studierende der Fakultät Informatik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in dem Projekt „SmartCity Irrigation“ auch an zwei Bushaltestellen in der Gemeinde Lehre.

Das Ziel des Projekts ist die Ausstattung von zehn Wartehallen in der Region mit einer autarken Bewässerungstechnik, die mithilfe gesammelten Regenwassers entweder das eigene Gründach, einen Straßenbaum oder angrenzendes Stadtgrün versorgt. Ein weiterer Meilenstein des Projekts wurde kürzlich mit der Inbetriebnahme der beiden „SmartCity-Irrigation“-Wartehallen an zwei Bushaltestellen in der Gemeinde Lehre erreicht.

Ein Standort befindet sich gegenüber der Polizeidienststelle in Lehre. Die Wartehalle ist mit einem begrünten Dach sowie einer integrierten Wetterstation ausgestattet. Das Gründach wird durch das intelligente Bewässerungssystem bedarfsgerecht mit Wasser versorgt. Die Wetterstation erfasst meteorologische Daten, die gemeinsam mit den weiteren Sensor- und Betriebsdaten in die Bewässerungssteuerung einfließen. Sämtliche erfassten Daten werden zudem auf einer Infoseite online visualisiert.

„Als Global nachhaltige Kommune haben wir der Anfrage der Ostfalia zur Kooperation bei diesem Projekt gerne zugesagt und sie bei der Umsetzung vor Ort unterstützt“, erklärt Bauamtsleiter Marco Schulz.

Der zweite Standort befindet sich in Flechtorf gegenüber dem TEDOX-Markt. Hier wird das Wasser zur Bewässerung eines Straßenbaums genutzt. Damit wird neben der Bewässerung von Gründächern auch die Versorgung von Stadtbäumen untersucht. Diese weisen insbesondere während Trockenperioden einen erhöhten Wasserbedarf auf, da sie an heißen Sommertagen durch die Verdunstung über ihre Blätter bis zu 100 Liter Wasser pro Tag an die Atmosphäre abgeben können. 

Mit der Inbetriebnahme der beiden Standorte beginnt die praktische Erprobung des Gesamtsystems unter realen Bedingungen. Die gewonnenen Betriebsdaten liefern wichtige Erkenntnisse für die Optimierung der Bewässerungsstrategien und den zukünftigen Einsatz intelligenter, autarker Bewässerungssysteme in der Gemeinde Lehre.

Das Projekt „SmartCity Irrigation“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Unternehmen Revier“ sowie vom Landkreis Helmstedt gefördert. Es wird gemeinsam von der Fakultät Informatik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Hohrenk Systemtechnik GmbH umgesetzt.

Hier sind die Sensor- und Betriebsdaten der "grünen"Bushaltestellen in Echtzeit einsehbar: