Neuer Schriftzug am Rathaus
Am Rathaus hängt jetzt ein Auszug aus dem Grungesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Artikel 1, Satz 1). Beschlossen hatte dies der Rat der Gemeinde Lehre. Ziel ist es, nach und nach auch weitere öffentliche Gebäude mit ähnlichen Schriftzügen auszustatten.
Seit mehr als 75 Jahren definiert das Grundgesetz die Richtschnur des Zusammenlebens in Deutschland. Und der zentrale Satz dieses gesellschaftlichen Wertekanons ist auch der erste Satz im Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Anders als fast alle anderen Artikel unseres Grundgesetzes ist dies mit einer Ewigkeitsklausel versehen und kann somit nicht verändert werden.
„Demokratie und staatliche Institutionen sind seit geraumer Zeit Angriffen ausgesetzt, so dass die Verständigung auf unser gemeinsames Zusammenleben in Frieden und Freiheit nicht mehr selbstverständlich ist“, so Bürgermeister Andreas Busch. Dies belege auch das Erstarken von Extremisten und Verfassungsfeinden. Umso wichtiger sei es, sich als Gesellschaft immer wieder auf die Grundwerte des Zusammenlebens zu verständigen, wie sie im Grundgesetz niedergelegt sind – da ist sich der aktuelle Rat einig und beauftragte die Verwaltung deshalb einstimmig, auch öffentlich mit einem Schriftzug darauf hinzuweisen, dass alle Menschen die gleiche Würde haben: Egal, ob sie jung sind oder alt, ob gesund oder krank, egal aus welchem Land sie kommen, welches Geschlecht sie haben, egal ob sie einer Religionsgemeinschaft angehören und ggf. welcher und welche Meinung sie vertreten. „Der gesamte Staat und natürlich auch wir als Gemeinde haben die Aufgabe, die Würde aller Menschen zu schützen“, so Busch.