Gemeinde fordert Haltepunkt in Lehre
Ein Bahnhof für Lehre – diese Forderung steht schon lange im Raum, wurde bislang von den Entscheidungsträgern aber nie ernsthaft weiterverfolgt. Damit sich das nun ändert, ist Lehres Bürgermeister Andreas Busch jetzt wieder aktiv geworden: Er schrieb Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und Ministerpräsident Olaf Lies an, erläuterte die Hintergründe und bat um Unterstützung.
„2018 hat sich der Rat der Gemeinde Lehre ausdrücklich für einen Bahnhaltepunkt ausgesprochen“, erinnert Andreas Busch in dem Schreiben. Auch der Landkreis Helmstedt sprach sich für die Pläne aus, im Nahverkehrsplan des Regionalverbandes war die Prüfung eines Haltepunkts Thema – dennoch ist nicht viel passiert. Abgesehen von der Eröffnung der „Weddeler Schleife“, die den Halbstundentakt des „enno“ ermöglicht. Obwohl die Schleife größtenteils auf dem Gebiet der Gemeinde Lehre liegt, können die über 12.000 Menschen aus der Gemeinde dennoch nur zuschauen – und nicht selbst zusteigen.
„Wir sprechen doch seit Jahren auf allen politischen Ebenen von der Verkehrswende, von der Verlagerung von Verkehr auf die Schiene, vom Klimaschutz und von der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und wir sprechen vor allem von der Verringerung von motorisiertem Individualverkehr. Gleichzeitig erleben wir steigende Mobilitätskosten und gerade aktuell erhebliche Belastungen durch die hohen Kraftstoffpreise. Dann müssen wir doch auch dort ansetzen, wo leistungsfähige Infrastruktur bereits vorhanden ist. Ein Haltepunkt in der Gemeinde Lehre würde nicht nur den Menschen in Lehre zugutekommen. Er könnte auch Pendlerinnen und Pendler aus dem weiteren Umfeld erreichen, eine Park-and-Ride- sowie Bike-and-Ride-Funktion übernehmen und dazu beitragen, zusätzlichen Individualverkehr zwischen dem Landkreis Helmstedt, Braunschweig und Wolfsburg auf die Schiene zu verlagern“, so Busch. Hinzu komme, dass der Regionalverband selbst als Ziel seiner Verkehrspolitik formulierte, dass Menschen ihr Auto stehen lassen und auf den umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr umsteigen sollen: „Und genau dafür brauchen wir attraktive Zugänge zum Schienennetz. Ich möchte Sie beide deshalb ausdrücklich bitten, die Frage eines Haltepunktes in der Gemeinde Lehre nicht länger ausschließlich unter den Gesichtspunkten früherer Planungen und bisheriger Zuständigkeiten zu betrachten.“ Er beendet den Brief mit den Worten: „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dieses Thema gemeinsam noch einmal neu auf den Tisch bringen, gerne auch in persönlichen Gesprächen.“