„Gemeinsam gegen Drogen“: Veranstaltung mit Podcaster war gut besucht
„Gemeinsam gegen Drogen – Gemeinsam gegen die Sucht“: Unter diesem Motto versammelten sich Mitte September Fachleute, Betroffene und Interessierte in der Börnekenhalle. Höhepunkt der Veranstaltung war ein Vortrag von Sebastian Caspar – Schriftsteller, Podcaster und Liedermacher – der von seinem teils dramatischen Lebensweg berichtete. Aber auch der Vortrag der Polizei und die Podiumsdiskussion brachten viele hilfreiche Informationen ans Licht. Initiiert hatten die Veranstaltung Britta und Nils Kern, die ihren Sohn an die Sucht verloren hatten.
“Dieser Abend soll informieren. Er soll Vorurteile abbauen. Er soll zeigen, wo Hilfe zu finden ist. Und er soll vor allem eines deutlich machen: Sucht ist kein Randthema. Und Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche”, betonte Bürgermeister Andreas Busch. In seiner emotionalen Begrüßung erinnerte er ebenso wie Vater und Initiator Nils Kern an Jonas, der an seinen Medikamentenmissbrauch am Ende sogar sein Leben verlor. „Wir möchten andere Familien vor einem ähnlichen Schicksal bewahren“, so Kern. Und das Wichtigste sei hier die Entstigmatisierung und Prävention.
Schon diese Geschichte rüttelte auf. Dann übernahm Sebastian Caspar – ihm erging es ähnlich. Aber er schaffte am Ende den Absprung und hatte so den Abend die Möglichkeit, andere Betroffene und Angehörige zu sensibilisieren – auf der Bühne in Lehre ebenso wie mit seinem Podcast “leben.lieben.leiden.” und auch mit seinem neuen Buch, das noch im Oktober erscheinen wird. Er machte deutlich, dass das Umfeld viel beiträgt – es am Ende aber am eigenen Willen liegt, ob man die Drogenszene hinter sich lassen kann – oder eben nicht.
Im Vortrag der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt ging es vor allem um Möglichkeiten der Prävention – sie hatte viele Links im Gepäck, wo sich Betroffene und Angehörige informieren– und Hilfe erhalten können.
In der Podiumsdiskussion waren zusätzlich Vertretungen des Projekts Kaffeetwete e.V., der Suchtberatung sowie die Marktapotheke vertreten. Emotional wurde es, als auch Betroffene aus dem Publikum zu Wort kamen. Ebenfalls für Fragen zur Verfügung standen Fachkundige verschiedener Beratungs- und Präventionseinrichtungen wie der DROBS Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg oder dem Lukas-Werk Gesundheitsdienste Fachambulanz Sucht Helmstedt. Unterstützung kam auch vom Förderverein der Oberschule Lehre e.V. sowie der Gemeinde Lehre. Am Ende waren sich alle einig, auch künftig weitere Aktionen rund um das Thema anbieten zu wollen, um es damit nachhaltig im Bewusstsein zu halten.