NS-Krankenmord: Reliefenthüllung für Hans Tepelmann in Wendhausen

Am Dienstag, 30. Juni, um 16 Uhr findet am Schloss in Wendhausen, Hauptstraße 19, eine Veranstaltung statt, in der ein Relief für den im Rahmen der NS-„Euthanasie“ ermordeten Hans Tepelmann enthüllt wird. Thomas Capelle, der ehemalige Pfarrer von Wendhausen und Uwe Otte, der sich seit Jahren für die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Gemeinde einsetzt, haben dieses Erinnerungsprojekt initiiert. Gestaltet wurde das Relief von dem Braunschweiger Künstler Denis Stuart Rose. Die Gemeinde Lehre hat das Projekt unter anderem durch die Einrichtung eines Spendenkontos und das Einwerben von Spenden unterstützt. An der Schlossmauer wird zudem eine Informationstafel angebracht, um die Erinnerung an Hans Tepelmann lebendig zu halten.

Hans Tepelmann wurde 1894 in Braunschweig geboren. Der Vieweg-Nachkomme hatte eine geistige Beeinträchtigung. Er wurde am 12. Juni 1941 mit einem Transport aus der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Königslutter in die Tötungsanstalt Bernburg gebracht und am selben Tag dort ermordet. Die Braunschweiger Verlegerfamilie Vieweg-Tepelmann besaß in Wendhausen das Gut mit dem Schloss und eine Papierfabrik. Erst vor einigen Jahren rückte der Krankenmord an Hans Tepelmann verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Das Grab von Hans Tepelmann befindet sich auf dem Magnifriedhof in Braunschweig in der Familiengrabanlage der Familien Campe-Vieweg-Westermann. Vor fünf Jahren stellte der Westermann-Verlag dort eine Informationstafel auf. Darauf heißt es: „Zu seinen Nachkommen zählte Hans Tepelmann, einziger Sohn und Erbe von Helene Tepelmann, der Urenkelin Friedrich Viewegs. Im Rahmen des ‚Euthanasie‘-Programms des NS-Regimes wurde er in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Bernburg 1941 ermordet.“ „Das Relief setzt ein deutliches Zeichen zum Schutz der Menschenwürde und gegen den anwachsenden Rechtsextremismus“, so Thomas Capelle, Denis Stuart Rose und Uwe Otte.

Datum:
Uhrzeit:
16:00 bis 16:40 Uhr

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