Zukunft der ehemaligen Muna Lehre
Runder Tisch zur möglichen Nutzung: Wie lässt sich die ehemalige Heeresmunitionsanstalt, kurz Muna, dauerhaft für die Erinnerungskultur nutzen? Und wie können die dort noch erhaltenen Gebäude sinnvoll mit Leben in diesem Sinn gefüllt werden? Das sind nur zwei von vielen Fragen zur zukünftigen Nutzung des Geländes, die schon länger im Raum stehen und viele Akteure aus Lokalpolitik und Verwaltung, die sich dem Thema angenommen haben, beschäftigen.
Nun hatte Gemeindebürgermeister Andreas Busch kürzlich zu diesem Thema den niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs gemeinsamen mit Beteiligten aus Verwaltung und Kommunalpolitik sowie Interessierten zu einem Treffen ins Rathaus eingeladen.
Gleich zu Beginn konnte der Minister Entwarnung geben: Die Gebäude der ehemaligen Muna werden nicht einfach abgerissen und nicht verschwinden. „Die Munitionsanstalt im Kampstüh ist ein bedeutsames Zeugnis für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Der weitgehend erhaltene Gebäudebestand ermöglicht auch für künftige Generationen eine authentische Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Das ist heute wichtiger denn je. Als oberste Denkmalschutzbehörde und Fachaufsicht wird das MWK seine rechtlichen Möglichkeiten wahrnehmen, um beim dauerhaften Erhalt dieses historischen Ortes zu unterstützen“, betont Falko Mohrs die Bedeutung der Muna. Im Nachgang der Veranstaltung wir verbindlich geklärt werden, für welche Teile der Muna der Denkmalschutz besteht.
Bürgermeister Andreas Busch berichtete, dass es schon zahlreiche Ideen für eine neue Nutzung der ehemaligen Muna gebe, jedoch dafür die finanziellen Mittel in der Gemeinde nicht vorhanden seien. Die ebenfalls anwesenden Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben(BImA), die momentan Eigentümer der Gebäude sind, zeigten sich bezüglich eines Verkaufs an die Gemeinde überaus kooperationsbereit. Doch ein geringer Kaufpreis löst nicht das Problem der Finanzierung für die Instandsetzung der Gebäude, die großteils in einem maroden Zustand sind.
Minister Mohrs wurde begleitet von Sabine Kabayoglu, Justiziarin und Expertin für Denkmalschutz im Ministerium. Sie erläuterte, dass es je nach Konzept für die neue Nutzung unterschiedliche Fördermöglichkeiten gibt.
Als Option für eine Nutzung wurde die Errichtung einer Gedenkstätte von Uwe Otte, der sich seit langem für die Erinnerungsarbeit am Mahnort Muna engagiert, vorgeschlagen. Denkbar wäre dabei auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der Munageschichte und eine damit verbundene Kooperation mit einer Hochschule.
Das Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte der Muna ist auch innerhalb der Bevölkerung groß. Seit einiger Zeit arbeitet eine Gruppe, zu der auch Bürgermeister Andreas Busch, Uwe Otte sowie Eva Hieber gehören, an der Gründung eines Vereins zur aktiven Erinnerungsarbeit in der Muna.