Tischtennissport-Legende geehrt

Anlässlich des vierten Ehrenamtstags standen in der Gemeinde Lehre erneut Menschen im Mittelpunkt, die das Motto „Gemeinde Lehre – Gemeinsam besser“ mit Leben füllen. Auch Günter Rischbieter aus Lehre wurde letztes Jahr für sein ehrenamtlich. es Engagement geehrt. 

Er war seit Jahrzehnten im VfL Lehre und dem Tischtennissport aktiv. Dafür würdigte der Ortsrat Lehre ihn mit großer Wertschätzung für sein außergewöhnliches Engagement. „Ein Engagement, das weit über das übliche Maß hinausging und Generationen von Sportlerinnen und Sportlern geprägt hat“, betonte Ortsheimatpfleger Wilhelm Knigge in seiner Rede. 

Günter Rischbieter wurde 1937 in Lehre geboren und ist seiner Heimat stets treu geblieben. Die Verbundenheit zu seinem Geburtsort und die Bodenständigkeit zog sich stets wie ein roter Faden durch sein Leben. Bereits am 1. Januar 1950 trat er in den VfL Lehre ein und war sportlich vielseitig aktiv: Tischtennis, Fußball, Handball und Turnen gehörten zu seinen Disziplinen.

Schon früh zeigte sich sein Organisationstalent, denn mit gerade einmal 16 Jahren übernahm er die Leitung der Tischtennisabteilung – ein Amt, das er mehr als 60 Jahre lang ununterbrochen ausübte. Damit wurde er zu einem festen Bestandteil im regionalen Tischtennissport und zu einer „lebenden Legende in Tischtenniskreisen“, hob Wilhelm Knigge in seiner Laudatio hervor. 

Unter Günter Rischbieters Leitung entwickelte sich die Tischtennisabteilung des VfL Lehre zu einer der erfolgreichsten im gesamten Umland. Bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften erzielten die Lehrschen Spielerinnen und Spieler zahlreiche Siege. In seiner aktiven Zeit spielte Rischbieter selbst in der Verbandsliga. 

Besonders am Herzen lag ihm jedoch die Nachwuchsarbeit. Gemeinsam mit Siegmund Wiechert und Werner Sack trainierte er Woche für Woche Kinder und Jugendliche, betreute zahlreiche Jugendmannschaften und prägte damit ganze Generationen. Er hatte immer ein offenes für die jungen Sportlerinnen und Sportlern. Seine Ratschläge gelten als wertvoll und wurden respektiert.

Eine kleine Anekdote aus dieser Zeit sorgte bei der Ehrung für ein Schmunzeln: Um die Nervosität vor dem ersten Ballwechsel zu lindern, verabreichte er seinen Schützlingen gelegentlich ein paar Baldriantropfen. „Und damit war die Aufregung vorbei und sie lieferten ein gutes Spiel ab“, schilderte Wilhelm Knigge beim Ehrenamtstag. 

Neben seiner Arbeit im Verein engagierte sich Günter Rischbieter jahrzehntelang auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene: Er war im damaligen Tischtennis-Kreisverband Braunschweig Land Kreisjugendwart von 1957 bis 1968 und Kreisvorsitzender von 1968 bis 1974. Nachdem Lehre 1974 zum Landkreis Helmstedt zugeordnet wurde, übernahm Günter Rischbieter auch im Tischtennis-Kreisverband das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, das er viele Jahre ausübte.  Außerdem war er Staffelleiter, Seniorenbeauftragter sowie Mitglied im Sportausschuss und im Verbandsbeirat. Für dieses umfassende Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Ehrennadeln in Gold und Silber des Kreis- und Landessportbundes sowie des Tischtennisverbands Niedersachsen.

Auch beim Bau und der Weiterentwicklung der Lehrschen Sportstätten packte er tatkräftig mit an – sei es 1953 beim Bau der Turnhalle am Rosinenweg, 1968 bei der heutigen Börnekenhalle oder 1988 beim Vereinsheim im August-Hermann-Sportpark. 

Für seine jahrzehntelange Treue zum VfL Lehre wurde Günter Rischbieter bereits 2010 mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Nun würdigte der Ortsrat Lehre sein Lebenswerk erneut und setzte damit ein Zeichen für die Bedeutung des Ehrenamts in der Gemeinde.

„Mit dir, Günter, hat der Ortsrat Lehre die richtige Wahl getroffen“, sagte Wilhelm Knigge in seiner Laudatio, „Hab vielen Dank für die ehrenamtlich geleistete Arbeit.“