Schiedsfrau Edda Hammermüller verabschiedet

Kürzlich wurde die ehemalige Schiedsfrau Edda Hammermüller von Bürgermeister Andreas Busch im Rathaus verabschiedet. Ehrenamtliche Schiedspersonen sind neutral Vermittelnde, die zwei Streitparteien wieder zusammen an einen Tisch holen und das gemeinsame Gespräch moderieren.

Während ihrer Zeit als Schiedsfrau der Gemeinde Lehre, von Ende 2023 bis Mitte 2025, hat Edda Hammermüller acht Schiedsverfahren geleitet. Sie berichtet: „Ich hatte Freude am Schlichten. Vor allem, wenn Vergleiche zustande kamen. Ich erlebte unterschiedliche  Charaktere, Lebenseinstellungen und Streitthemen. Für das mir dabei erwiesene Vertrauen und auch den guten Willen der meisten Teilnehmenden bedanke ich mich sehr.“ 

Edda Hammermüller, die freiberuflich als Mediatorin, Supervisorin und Mental-Coach tätig ist, hat ihre eigene erfolgreiche Strategie, um Konfliktparteien zum Dialog miteinander zu bewegen: Vereinbarte klare Kommunikationsregeln, deren Einhaltung eingefordert wird, ermöglichen, dass die Parteien einander zuhören. Egal, ob ein Vergleich am Ende steht oder jede Seite auf ihrer Auffassung besteht. „Es geht zuerst um das Menschliche. Denn den Streitigkeiten, die etwa über die erlaubte Höhe der Koniferen im Garten des Nachbarn ausgetragen werden, liegen oft lange angehäufte,  durch ein aktuelles Ereignis ausgelöste, heftige Gefühle zugrunde“, berichtet sie aus ihrer Erfahrung.

„Ich möchte mich herzlich bei Dir für deinen ehrenamtlichen Einsatz als Schiedsfrau bedanken - auch im Namen der Menschen der Gemeinde und der Verwaltung. Du hast mit deiner unaufgeregten, klaren und empathischen Art somit dazu beigetragen, Konflikte konstruktiv zu lösen und die Menschen wieder in einen Austausch miteinander zu bringen“, erklärt Bürgermeister Andreas Busch der Edda Hammermüller als Dankeschön ein kleines Geschenk überreichte. 

Trotz allem hat ihre Entscheidung das wichtige Ehrenamt als Schiedsfrau niederzulegen, mit dem Wunsch zu tun, den „Streithähnen - und Hennen“ durch das Verfahren einen für beide Seiten vernünftigen Umgang für längere Zeit danach zu ermöglichen.  „Das anzuregen, erwies sich für mich im Schiedsamt als sehr schwierig. Auch erwiesen sich die bürokratischen, digitalen Anforderungen an die Handhabung  und Dokumentation des Schiedsprozesses insgesamt für mich als zu aufwändig“, erklärt sie aufrichtig.

Edda Hammermüller versteht sich als eine immer weiter Lernende. Sie entwickelt Ideen für neue Projekte in Ihrer Heimatgemeinde Lehre. Diese möchte sie nun konsequenter angehen. Den beiden Nachfolgern wünscht sie im Interesse nachbarlichen Friedens gelingende Verfahren mit Nachhaltigkeit.

Als neue Schiedspersonen wurde Judy Rebel vom Gemeinderat benannt. Ihre Stellvertretung übernimmt Thomas Eisenhuth.