77 Jahre Kriegsende in Lehre: Friedensradtour und Eiche gepflanzt

Am 11. April vor 77 Jahren wurde Lehre durch die US-Truppen von der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit. Anlässlich dieses Jahrestages fand in Lehre eine Radtour statt, außerdem wurde im Zeichen des Friedens auf dem Gelände der Börnekenhalle eine Eiche gepflanzt.

„Es ist gerade aktuell so wichtig wie lange nicht, an die schrecklichen Gräuel von Krieg und Vertreibung zu erinnern“, betont Andreas Busch, Bürgermeister der Gemeinde Lehre, der die Aktion gemeinsam mit Lehres Ortsbürgermeister Heinrich Köther angeschoben hatte. „Zur Mahnung an die Schrecken des Krieges und zur Erinnerung an die Opfer war die Aktion schon vor zwei Jahren zum 75. Jahrestag geplant“, erläutert Köther. Durch die Pandemie konnte sie aber erst jetzt wirklich stattfinden. Unterstützt wurde sie auch von Uwe Otte, seit vielen Jahre die erinnernde Stimme für die Zeit der Schreckensherrschaft in Lehre, und Ratsherr Dr. Ommo Ommen, der den Gedenktag um eine Friedensradtour ergänzte. Diese startete an der Kirche in Lehre, führte durch das Gebiet der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt im Kampstüh (Muna) und endete an der Börnekenhalle, wo dann die Pflanzaktion folgte.

Hier waren neben den Bürgermeistern Andreas Busch und Heinrich Köther auch Zeitzeugen ganz vorne mit dabei. So waren es nämlich vor allem zwei Männer, die den amerikanischen Alliierten trotz aller Befürchtungen mit weißen Bettlaken in Richtung Groß Brunsrode entgegen gingen und den Ort so kampflos übergaben: Hermann Bumcke und Wilhelm Koch. Und so waren Bumckes Schwiegertochter Christa Bumcke und seine Tochter Sigrid Schrader ebenso bei der Pflanzaktion mit dabei wie Ruth Faber, die als kleines Mädchen das langersehnte Kriegsende mit erlebte. Alle Beteiligten hoffen, dass die Eiche künftig symbolisch für ein Zusammenleben in Frieden steht.

12.04.2022