Wie kann Kinder- und Jugendbeteiligung im Verwaltungsalltag aussehen?

Mitte Januar nahmen die Verwaltungsmitarbeitenden der Gemeinde und Grundschulen an der Schulung „Grundlagen der Kinder- und Jugendbeteiligung im Verwaltungshandeln“ teil. Zwei Experten brachten den Beschäftigen sowohl die rechtlichen Aspekte nahe, stellten  aber auch mögliche Beteiligungsmodelle vor. Die Veranstaltung in der Börnekenhalle fand im Rahmen des Projekts „MitWirkung“ von der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Niedersachsen e.V. statt, an dem die Gemeinde Lehre seit Mitte letzten Jahres als eine von drei Modellkommunen teilnimmt.

Christoph Knoke von der Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung Niedersachsen erläuterte die rechtlichen Grundlagen und berichtete aus der erfolgreichen Beteiligungspraxis anderer Kommunen. Er begleitet die Gemeinde Lehre auf ihrem Weg zu wirksamen Beteiligungsstrukturen.

Frank Labatz vom Institut für soziale Kompetenz eröffnete mit einem methodischen Einstieg ins Thema „Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen.“ Er gab Impulse und leitete den anschließenden Workshop an: Wie kann die Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen bei Entscheidungsprozessen aussehen? Ist ein Jugendparlament denkbar oder projektbezogene Beteiligung sinnvoller? Welche Vorteile bringt die Beteiligung der Gemeindeverwaltung? Was bedeutet das für die praktische Arbeit? Mit diesen und weiteren Fragen setzten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen auseinander, wobei die Themen aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet wurden.

„Ziel der Schulung war es einerseits die Beschäftigten für Kinder- und Jugendthemen im Verwaltungsalltag zu sensibilisieren, aber auch die Vorteile von Beteiligung aufzuzeigen und dazu zu motivieren“, fasst Jennifer Adel zusammen. Sie ist als Sozialkoordinatorin der Gemeinde Lehre hauptverantwortlich für das Projekt „MitWirkung“ und dessen Umsetzung.

Nach einem ersten Treffen der Projekt-LenkungsgruppeAnfang November, steht nun der nächste Termin an. Neben Verwaltungsmitarbeitenden wie Jugendpflege, zuständiger Fachbereichs- undVerwaltungsleitung sowie Personen, welche sich in der Gemeinde ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, gehören auch mehrere Jugendliche seit Dezember zur Lenkungsgruppe.

„Es wichtig, die Kinder und Jugendlichen auf allen Entscheidungsebenen miteinzubeziehen. Besonders wenn es darum geht, in welcher Form sie in Zukunft mitwirken möchten“, erklärt Jennifer Adel. Darüber soll bei der Kinder- und Jugendvollversammlung der Gemeinde Lehre entschieden werden, die im kommenden Mai stattfindet.

Die Mitbestimmung ist auch ein zentraler Punkt des Aktionsplans, dem sich die Gemeinde Lehre als Kinderfreundliche Kommune verpflichtet hat. Eine projektbezogene Beteiligung fand bereits letzten Dezember in Flechtorf statt. Dort konnten die Kinder- und Jugendlichen mitentschieden, wie die Gestaltung der Außenfläche an der neuen Turnhalle aussieht.