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Die Ortschaft Beienrode - Chronik
Beienrode am Wohld – Lehre

Das Ortswappen hat folgenden heraldischen Hintergrund:
Die diagonale Teilung des Schildes durch eine Wellenlinie verweist auf die Schunter und auf den großen Ballwall am linken Ufer, sowie auf den kleinen Ballwall zwischen den Schunterarmen. Sie boten Schutz vor den von Osten einfallenden Slawen und waren zugleich Befestigung. Mit dem positiven und negativen Blatt wird auf den Baumbestand hingewiesen. Das grüne Blatt ist Sinnbild für Wachstum und Gedeihen. Die grüne Schildhälfte soll darauf hinweisen, dass Beienrode eine Landgemeinde ist und der Landwirtschaft heute noch Bedeutung zukommt. Dieses Ortswappen wurde 1979 von Herrn Wilhelm Krieg erstellt.
Siedlung
Mittelalterliches Rodedorf, Urkundliche Erwähnung 1196-1197 Staatsarchiv Wolfenbüttel (8. Urkunde 2.) unter dem Namen Bodenrothe.
Der Ortsname entwickelte sich über die Jahrhunderte von Bodenrode (1382), Boddenrode (1413 - 1420), Baddenrode (1505), Beyenrode (1575) , Beyenroda (1665) zum bis heute gültigen Ortsnamen Beienrode.
In der Uranlage eine Art Platzdorf, entwickelte sich Beienrode durch Zusiedelung aus zwei Wüstungen (untergegangene Siedlung), die den Platz zum Teil ausfüllten, zum kleinen Haufendorf. Die Wüstung Nöthe ( Fundmaterial 13./15. Jahrhundert) lag westlich des Dorfes an der Gemarkungsgrenze (Nöthe Berg, am alten Kley) ; die Wüstung Horst (Fundmaterial 14./15. Jahrhundert) an der südöstlichen Gemarkungsgrenze an der Schunter. Hart jenseits der Gemarkungsgrenze lag auf einem Werder (mittelhochdeutsch Insel) in der Schuntertalaue südöstlich Hattorf eine dritte Wüstung Bosenrode.
Beienrode gehört zu den mittelalterlichen Schuntergrenzbefestigungen. Die Karten des 18. Jahrhundert. verzeichnen noch mehrere sog. Pall-Wälle, alte Erdbefestigungsanlagen.
Das alte Dorf wird durch Bauernhöfe meist in Dreiseitform gekennzeichnet, in denen Reste alter Niedersachsenhäuser teils umgebaut erkennbar sind. Backsteinfachwerk und Backstein bilden das Baumaterial. 1961 waren noch 20% aller Wohngebäude Bauernhäuser, 14% waren Kleinsiedler- und Nebenerwerbsstellen. 12 der insgesamt 70 Wohngebäude (1961) entstanden 1948.
Der Ort veränderte sich durch Baugebiete mit Ein- und Mehrfamilienhäusern nördlich und westlich der Glentorfer Straße zu seiner heutigen Größe. Das Dorf besitzt heute noch den Charakter eines lockeren Haufendorfes.
Lage
Höhenlage: 81 -103 m (Ort: 84 - 96 m ). Katasterfläche 572 ha.
Im nord- westlichen Zipfel des Landkreises Helmstedt gelegen, im großen Schunterbogen, in schwach reliefiertem Gelände mit bewegtem Kleinrelief; kleine Gemarkungsteile reichen in das Schunter-Überschwemmungsgebiet.
Das anliegende Waldgebiet (Kampstüh) lädt zum Radfahren und Spazieren gehen ein.
Bevölkerung
Nachdem die stark rückläufigen Bevölkerungsbewegungen des 15., 16. und beginnenden 17. Jahrhundert im nördlichen Hauptteil des Kreises überwunden waren (von Wüstungen der Umgebung abgesehen waren in Beienrode selbst im 16 Jahrhundert 5 Ackerhöfe und 4 Kothöfe wüst), verlief die Bevölkerungsentwicklung normal. 1759 gab es 10 Ackerleute, 13 Kotsassen, 1 Brinksitzer, 2 Häuslinge die unter Surisdiction (Grundsteuer) des Fürstlichen Amts Campen, der Herren von Broitzem und der von Kloster Riddagshausen standen. Also kaum eine unterbäuerliche Schicht.
In den rund 150 Jahren von 1759 bis 1905 verdoppelte sich die Einwohnerzahl von ca. 160 auf 328, mitbestimmt durch die Peuplierungsmaßnahmen der Regierung. In der ersten Hälfte dieses Jh. nahm sie leicht ab. Nur das Einströmen von Vertriebenen und Zugewanderten nach dem 2. Weltkrieg (1950: 49%), ließ sie wieder kräftig hochschnellen. Ihre Abwanderung führte erneut zum Bevölkerungsrückgang (1950 - 1960: 35%), der erst seit 1960 im Zusammenhang mit der neuen Eigenheimsiedlung (Pendler nach Wolfsburg) wieder in leichte Bevölkerungszunahme umschlug.
2005 liegt die Bevölkerungszahl bei ca. 550 Einwohner.
Wasserwirtschaft
Die Gemeinde gehört mit ihrer Gemarkung, die zum Teil im Überschwemmungsgebiet der Schunter liegt, zum Schunterverband.
- Zentrale Wasser- und Abwasserversorgung durch den Wasserverband Weddel-Lehre.
Landwirtschaft
Mittlere Böden, Tone und sandige Tone in Form von Braun- und Parabraunerden, sowie schwach bis mäßig podosolierte Sandböden und Kleyböden bilden die Flur. Ackerland vorwiegend auf dem Geländerücken. Ehemals Gewannflur mit randlicher Kampflur (Flur der Wüstung Horst) im Südosten. Nach Oberbeck-Jakobs herrschte ursprünglich als Wirtschaftssystem Feld-Weide-Wechselwirtschaft, später ab 14./15 Jh. Dreifelderwirtschaft auf der alten Flur von Beienrode und einem Teil der Flur der Wüstung Nöthe, die in die drei Felder einbezogen, (der andere Teil der Nöther Flur liegt wüst unter Wald = Sundern). Außerhalb der Dreifelderwirtschaft blieb die Kampflur (von Horst) im Südosten.
Stets besaß das Dorf reichlich Weide (1759:1128 Morgen Acker, 328 Morgen Wiesen, 195 Morgen Anger und 304 Morgen Koppelweide (Gemeindeweide), 199 Morgen Holzungen im Wohld).
Das Landschaftsbild hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geändert. Rodungen im Spätmittelalter wurden im 16. /18. Jh. von teilweisen Wiederaufforstungen abgelöst, worauf nach der Verkoppelung von 1849/1859 erneut Umbruch in Ackerland erfolgte. (1850:264 ha Acker, 1960:370 ha)
Angebaut werden heute hauptsächlich Getreide, Zuckerrüben, Mais und Raps.
Verkehr
Beienrode an der Kreisstraße 38 gelegen hat seit 1934 eine direkte Straßenverbindung nach Hattorf. Der Ort hat eine gute Verkehrsanbindung an Wolfsburg und Braunschweig. Die Städte sind auch durch öffentliche Verkehrsmittel gut zu erreichen.
Kulturelles Leben
Beienrode bietet viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung unter anderem der Sportverein (TuS Beienrode), der Schießsportverein, der Männerchor, der Kirchenchor, die Freiwillige Feuerwehr, die Junge Gesellschaft und die Evangelisch Lutherische Kirche.
Quelle: Chronik Beienrode, Rudolf Tendler
Ortsheimatpfleger: Lothar Molzahn
Stand: 11.2005
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