Ausstellung „Landschaft und Seele“ in der Gemeindeverwaltung Lehre eröffnet
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Kultur & Bildung

Ausstellung „Landschaft und Seele“ in der Gemeindeverwaltung Lehre eröffnet
Ölgemälde wurden bis 5. März 2009 zu den Öffnungszeiten im Rathaus gezeigt

Am 17. Februar 2009 wurde in der Gemeindeverwaltung Lehre die Ausstellung “Landschaft und Seele” eröffnet. Gezeigt werden zehn Ölgemälde des italienischen Künstlers Carlo Sismonda. Die Landschaftsgemälde können in der unteren Etage des Rathauses zu den Öffnungszeiten besichtigt werden. Die Kunstwerke befinden sich im Eigentum der Braunschweiger Kirchengemeinde St. Johannis. Die Gemeindeverwaltung Lehre hat die Wanderausstellung bis 5. März 2009 als Leihgabe erhalten. Alle Kunstwerke können käuflich erworben werden. Der Erlös kommt der 100-jährigen spätromantischen Orgel der St. Johanniskirche Braunschweig zugute. Die größten Restaurierungsarbeiten an der Orgel sind bereits abgeschlossen, es sind jedoch noch abschließende Arbeiten nötig. „Wir möchten uns bei der Kirchengemeinde St. Johannis sehr herzlich für die Leihgabe bedanken“, freut sich Klaus Westphal, Bürgermeister der Gemeinde Lehre, über die farbenfrohe Ausstellung im Rathaus Lehre.

Carlo Sismondas künstlerisches Schaffen umfasst zwei Welten – die der Musik und die der Malerei. Der Schwerpunkt seines Schaffens als Maler liegt auf dem Gebiet der Landschaftsmalerei. „Im Lehrschen Rathaus sind ausschließlich Landschaftsgemälde ausgestellt“, sagt Klaus Westphal, Bürgermeister der Gemeinde Lehre. Carlo Sismonda bevorzugt als Motiv für seine expressionistischen Landschaftsgemälde seine Heimat Piemont und die Lüneburger Heide in Deutschland. Auf einem Großteil der in Lehre ausgestellten Kunstwerke beschäftigte sich der Künstler mit dem Valle Maira, einem Tal in der italienischen Provinz Cuneo in der Region Piemont. Seine modernen Kunstwerke zeigen abwechselnd den Gebirgsfluss Maira und die bis zu 3.000 Meter hohen Berggipfel und dazwischen liegenden Hügel und Bergseen. Eine Faszination auf den Betrachter üben die besonderen Farben aus. Westphal: „Von leuchtendem orange über lila, saftigem grün und dunklen Wintertönen hat Sismonda eine breite Farbpalette eingesetzt.“ Die farbenfrohen Kunstwerke vermitteln Heiterkeit, in manchen ist sogar eine Spur von verborgenen Geheimnissen zu entdecken.

Über den Künstler

Carlo Sismonda wurde am 28. August 1929 in Racconigi in Italien geboren. Bis heute ist er mit seiner Geburtsstadt, die ihm bereits in jungen Jahren Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen entgegen brachte, eng verbunden. Malerisch setzte sich Sismonda vor allem mit dem Piemont (ital: Piemonte: „am Fuß der Berge“) auseinander. In vielen Facetten malte er die Ausläufer der Alpen mit ihren Flüssen, Gebirgsseen und Tälern. Während seiner Schaffenszeit probierte Sismonda unterschiedliche Stilrichtungen aus. Lange Zeit war Sismonda nicht nur künstlerisch auf der Suche. Ende der 50er Jahre führte ihn eine schwere Krise in die Einsamkeit. Seit vielen Jahren hat er im modernen Naturalismus seine künstlerische Heimat gefunden. Die Farbigkeit ist das Merkmal der Bilder von Carlo Sismonda. Seine Kunstwerke sind gekennzeichnet durch intensive Farben und deutlich sichtbare Landschaften. 1973 erhielt Carlo Sismonda für seine künstlerischen Leistungen den Ehrentitel „Cavaliere Uffiziale della Republica Italiana“. Carlo Sismonda wurde in den letzten Jahren von zahlreichen Schicksalsschlägen heimgesucht. Eine schwere Operation nahm dem Künstler die Stimme. Alle Kreativität widmet Sismonda nun noch stärker der Kunst. Leben zu zeigen und Zuversicht zu geben sind die Botschaften seiner Bilder.